Die Fleckskapelle
Auf luftiger Anhöhe, zwischen Weiswampach und Ouren, ganz in der Nähe des Grenzsteins, erhebt sich eine schlichte, altehrenwürdige Kapelle, genannt die "Fleckskapelle". Gesunde Öslinger Luft orgelt bei stürmischem Wetter in den hohen Fichten, die sie schützend umgeben. Und ihr Rundblick über 3 Länder, einmalig schön, macht sie zum Friedensmahnmal für Luxemburg, Belgien und Deutschland.

Zwei Weltkriege hat sie überstanden, viel Kriegsmaterial ist an ihr vorübergezogen - Deutsche, Franzosen und Amerikaner in Soldatenuniform hat sie als Verlierer und Sieger gegrüßt - und immer noch hält sie stille Wache vom Beginn des 20sten Jahrhunderts (1911) bis ins 21ste hinein.

Ihr Name weist auf den Erbauer des Heiligtums hin. Ein Herr Jean Flick, bekannt weit u breit, genannt "de wäiße Fleck" ließ sie errichten. Er stammte aus Breidfeld und blieb zeitlebens ledig. Mit Schafzucht und Schafhandel gab er sich ab, betrieb nebenbei allerlei Handel bis weit in die Eifel hinein. Der Volksmund berichtet, dass ein Mißgeschick in der Familie ihm ein Gelöbnis abzwang - oder wie er erzählt haben soll, die Muttergottes sei ihm an der Stelle, wo die Kapelle steht, erschienen. Wie dem auch sei, er faßte den Plan zum Bau und brachte das nötige Geld zusammen.
Aus den Ruinen eines römischen Kolonialgebäudes auf "Beleburen" - so geschichteschreiber P. Pint - besorgte er sich die nötigen Steine zur Errichtung. Zwei Maurer aus Weiswampach, "Passi" und "Pitter", zwei Unikume, die gern dem Branntwein huldigten, stellte er ein. Kamen Vorübergehende ihre Arbeit besichtigen, mussten sie für eine "Drepp" herhalten. Eine Schrift an der Mauer las sich so:
"Wer in dieses Heiligtun tritt ein
der soll brechen Hals und Bein
Wenn er nicht gibt einen Liter
für Passi und Pitter!"
Zunächst taten die Zeitgenossen "die sogenannte Erscheinung" als Hirngespinst des "weißen Fleck" ab.
Die Neugier aber zog manche Wemper (Einwohner aus Weiswampach) zur Kapelle. Man fand einen Spaziergang durch die waldige Gegend zur Ourener Kapelle gemütlich und stimmungsvoll.
Sonntags zogen zunächst Frauen und Kinder, den Rosenkranz betend, zum Heiligtum und nach und nach erfreute die Marienkapelle sich eines häufigen Besuchs. Besonders in Kriegszeiten trug man seine Sorgen zur Himmelsmutter und opferte dabei manch kleine Münze.


Einmal verkaufte Herr Flick den Altar, es kam ein anderer an die Stelle. Später verkaufte er die Kapelle an einen Missionspater Johanns aus Heinerscheid. Dieser schenkte sie der Wemper Kirche. Doch es besteht kein Akt, so dass der Eigentümer des Heiligtunms in Frage gestellt ist.


